Der Weg zur „European Artist Bank“ – Warum sie für das Urheberrecht in Europa entscheidend ist

Wann

17. November 2026    
18:30 - 20:30

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Wo

Haus der Union Stiftung
Steinstraße 10, Saarbrücken, 66115

Die Union Stiftung lädt zu einer Vortragsveranstaltung am Dienstag, den 17. November 2026, um 18.30 Uhr ins Haus der Union Stiftung ein.

Europa gilt als Wiege des modernen Urheberrechts. Die Vorstellung, dass das schöpferische Individuum im Zentrum steht – und nicht der Verwerter –, ist eine grundlegende kulturelle Errungenschaft. Über Jahrhunderte hinweg wurde kreative Leistung als geistiges Eigentum verstanden und geschützt.

Im digitalen Zeitalter gerät dieses Prinzip jedoch zunehmend unter Druck. Plattformökonomien verschieben Wertschöpfung von Urheberinnen und Urhebern hin zu großen Technologieunternehmen. Gleichzeitig nutzen Systeme der Künstlichen Intelligenz bestehende Werke als Trainingsgrundlage, ohne dass transparente und faire Lizenzmodelle etabliert sind. Aufmerksamkeit wird wirtschaftlich verwertet, während die kreative Leistung selbst häufig nicht angemessen vergütet wird.

Regulatorische Initiativen wie die europäische Urheberrechtsrichtlinie oder aktuelle Gesetzgebung im Bereich Künstliche Intelligenz sind wichtige Schritte. Doch sie allein reichen nicht aus. Neben rechtlichen Rahmenbedingungen braucht es auch neue technische und institutionelle Infrastrukturen.

Hier setzt der Vortrag von Stephan Plank an. Er skizziert den Weg zur „European Artist Bank“ – einer europäischen Infrastrukturidee, die darauf abzielt, Urheberrechte digital zu strukturieren, Lizenzierungsprozesse zu vereinfachen und Künstlerinnen und Künstlern mehr Kontrolle über ihre Werke zu ermöglichen.

Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Bank, sondern um ein System aus

  • klaren Rechtezuordnungen
  • digitalen Werkregistern
  • innovativen, etwa tokenbasierten Lizenzierungsmodellen
  • sowie direkten Vergütungsmechanismen

Im Zentrum steht eine grundlegende Frage:
Wie sichern wir im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz die Würde und wirtschaftliche Grundlage kreativer Arbeit?

Die „European Artist Bank“ versteht sich als Brücke zwischen Recht, Technologie und kultureller Souveränität. Sie ist ein möglicher Ansatz für europäische Selbstorganisation in einer globalisierten Datenökonomie und ein Impuls für die Weiterentwicklung des Urheberrechts.

Der Vortrag gibt unter anderem einen Überblick über:

  • die historische Entwicklung des europäischen Urheberrechts
  •  aktuelle Herausforderungen durch Plattformen und KI
  • die Entkopplung von Wertschöpfung und Vergütung
  • das Konzept der „Artist Bank“ als infrastrukturelle Lösung
  • die kulturpolitische Bedeutung für Europa

Über Stephan Plank

Stephan Plank arbeitet als Filmproduzent und Manager an der Schnittstelle von Kultur, Medien und kreativer Wertschöpfung. Größere Bekanntheit erlangte er unter anderem durch den Dokumentarfilm „Conny Plank – The Potential of Noise“, den er gemeinsam mit Reto Caduff über seinen Vater, den legendären Musikproduzenten Conny Plank, realisierte.

Im Vortrag verbindet Stephan Plank kulturpolitische Fragen mit technologischen Entwicklungen und richtet den Blick insbesondere auf die Auswirkungen von Plattformökonomien und Künstlicher Intelligenz auf kreative Arbeit. Dabei zeigt er auf, weshalb Europa neue Modelle für Rechteverwaltung, Lizenzierung und faire Vergütung benötigt und welche Rolle die Idee einer „European Artist Bank“ dabei spielen könnte.

Die Veranstaltung richtet sich an kulturpolitisch Interessierte, Vertreterinnen und Vertreter aus Medien, Kreativwirtschaft und Wissenschaft sowie an alle, die sich mit der Zukunft von Urheberrecht und digitaler Wertschöpfung befassen.

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