Zuletzt aktualisiert: 28.09.2026

Ralf Schuler zur Krise der Union: Nach den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sieht der Journalist erheblichen Handlungsdruck für CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz. Im Gespräch mit der Union Stiftung analysiert der Politikchef von NIUS die Wahlergebnisse, den Aufstieg neuer politischer Kräfte und die Frage, warum die Union nach seiner Einschätzung zunehmend Schwierigkeiten hat, ein eigenständiges Profil zu vermitteln. Ralf Schuler wird von NIUS aktuell als Politikchef geführt.

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Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und redaktionell aufbereitet. Er basiert auf dem YouTube-Video „AfD, Merz und neue Medien: Warum sich Deutschlands Politik gerade verändert! | Ralf Schuler“, veröffentlicht am 27.09.2026.

Ralf Schuler sieht die Union unter Druck

Ralf Schuler sieht die Union nach den jüngsten Wahlergebnissen in einer schwierigen Lage. Besonders das Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern betrachtet er als sichtbares Zeichen einer Entwicklung, die seiner Meinung nach bereits deutlich früher begonnen hat.

Im Interview argumentiert Schuler, dass sich die Union zwischen unterschiedlichen politischen Lagern immer schwerer damit tue, ein erkennbares eigenes Profil zu entwickeln. Gerade in polarisierten Wahlkämpfen könne eine politische Mittelposition problematisch werden, wenn Wähler nicht mehr erkennen könnten, wofür eine Partei konkret stehe.

Dabei kritisiert Schuler nicht nur die Landesverbände. Einen erheblichen Teil der Verantwortung sieht er auf Bundesebene.

Friedrich Merz und die Frage nach Reformen

Friedrich Merz steht deshalb im Zentrum von Schulers Kritik. Der NIUS-Politikchef vertritt die Auffassung, dass die Bundesregierung zentrale Reformvorhaben bislang nicht ausreichend umgesetzt habe. Gleichzeitig wirft er Merz vor, verschiedene traditionelle Positionen der Union aufgegeben oder abgeschwächt zu haben.

Schuler nennt im Gespräch unter anderem die Rentenpolitik, Steuerfragen, Bürgergeld beziehungsweise Grundsicherung, Energiepolitik und Krankenversicherung. Seine Schlussfolgerung lautet, dass die Union dadurch an politischer Kontur verliere.

Diese Bewertung ist Schulers Interpretation. Allerdings wird die Reformdebatte auch innerhalb der aktuellen Bundespolitik intensiv geführt. Wenige Tage nach den Landtagswahlen kommentierte Schuler bei NIUS beispielsweise die Diskussion innerhalb der SPD über geplante Sozialreformen und deren Finanzierung.

Für die CDU stellt sich damit eine grundsätzliche Frage: Kann sie wirtschaftliche und soziale Reformen überzeugend erklären und gleichzeitig deutlich machen, welches politische Angebot sie von ihren Konkurrenten unterscheidet?

Wahlergebnisse verändern die Parteienlandschaft

Die Wahlergebnisse liefern den Hintergrund für Schulers Analyse. Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung in Mecklenburg-Vorpommern. Dort erreichte die AfD nach dem vorläufigen Ergebnis 38,2 Prozent, während die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf 35,5 Prozent kam. Die CDU scheiterte an der Fünfprozenthürde.

Berlin entwickelte sich dagegen in eine andere politische Richtung. Bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 wurde die Linke mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft. Die CDU erreichte 18,8 Prozent, während die AfD auf 16,3 Prozent kam.

Damit zeigen die drei im Interview diskutierten Wahlen vor allem eines: Es gibt keinen einheitlichen politischen Trend für alle Regionen Deutschlands. Während rechte Parteien in Teilen Ostdeutschlands stark zulegen, profitieren in Berlin vor allem Kräfte des linken Spektrums.

AfD setzt die CDU zusätzlich unter Druck

Die AfD spielt in Schulers Analyse dennoch eine zentrale Rolle. Vor allem in den ostdeutschen Flächenländern sieht er die Union durch die Partei erheblich unter Druck gesetzt.

Schuler vertritt die These, dass die konsequente politische Abgrenzung gegenüber der AfD bei Teilen der Wählerschaft eine Trotzreaktion hervorrufen könne. Diese Erklärung lässt sich aus Wahlergebnissen allein allerdings nicht ableiten. Menschen wählen Parteien aus unterschiedlichen Gründen. Wirtschaftliche Sorgen, Migration, Kandidaten, Protest, regionale Themen oder langfristige politische Einstellungen können gleichermaßen eine Rolle spielen.

Auch Schulers positive Bewertung einzelner AfD-Wahlkampfstrategien sollte deshalb von der politischen Bewertung der Partei getrennt werden. Ein professioneller Social-Media-Auftritt oder große Reichweite sagen zunächst nichts darüber aus, wie tragfähig konkrete politische Forderungen sind.

Social Media verändert politische Kommunikation

Besonders ausführlich beschäftigt sich Schuler mit Social Media und neuen Medien. Er beobachtet, dass klassische Parteien teilweise Schwierigkeiten hätten, mit YouTube-Formaten, Podcasts und langen Interviews umzugehen.

Nach seiner Einschätzung suchen viele Zuschauer gezielt nach Gesprächen, in denen Politiker über längere Zeit ohne starke redaktionelle Eingriffe auftreten können. Für Parteien entstehen dadurch neue Chancen, allerdings auch neue Herausforderungen.

Gerade politische Akteure, die klassische Medien kritisch betrachten, können über solche Plattformen ihre Botschaften unmittelbar verbreiten. Gleichzeitig gewinnt journalistische Einordnung an Bedeutung: Reichweite und Authentizität sind keine Garantie dafür, dass Aussagen sachlich richtig oder vollständig sind.

Schuler selbst nutzt diese Entwicklung mit seinem Format „Schuler! Fragen, was ist“ bei NIUS. NIUS führt ihn derzeit als Politikchef und nennt zahlreiche Episoden seines Interviewformats.

Politische Polarisierung fordert traditionelle Parteien

Für Schuler steckt hinter den Wahlergebnissen eine zunehmende politische Polarisierung. Besonders traditionelle Volksparteien müssten sich deshalb fragen, wie sie Wähler wieder stärker an sich binden können.

Die Ergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verdeutlichen allerdings auch, dass Polarisierung unterschiedliche Richtungen annehmen kann. In einem Bundesland gewinnt die AfD, während in einer Großstadt wie Berlin die Linke deutlich zulegt.

Für die Union entsteht daraus eine schwierige strategische Situation. Sie muss einerseits auf veränderte Wählerpräferenzen reagieren, andererseits eigene politische Positionen formulieren, ohne lediglich Forderungen anderer Parteien zu übernehmen.

Schuler sieht genau an diesem Punkt ein zentrales Problem der heutigen CDU.

Mittelstand bleibt Schulers Hoffnungsschimmer

Zum Abschluss des Gesprächs richtet Ralf Schuler den Blick weg von Parteien und Wahlergebnissen. Hoffnung macht ihm vor allem der Mittelstand.

Auf seinen Reisen durch Deutschland erlebe er Handwerker, Monteure, Beschäftigte und Unternehmer, die trotz wirtschaftlicher Probleme weiterarbeiteten und Verantwortung übernähmen. Diese Menschen und die mittelständische Wirtschaft hielten seiner Einschätzung nach wesentliche Teile des Landes am Laufen.

Damit endet Schulers Analyse deutlich optimistischer, als sie beginnt. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen politische Strukturen und Entscheidungen, nicht gegen die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft.

Die eigentliche Herausforderung für die Union besteht nach seiner Darstellung deshalb darin, dieses Potenzial mit einer verständlichen politischen Perspektive zu verbinden. Die jüngsten Wahlergebnisse machen deutlich, dass sich das Parteiensystem verändert. Ob und wie CDU und Friedrich Merz darauf reagieren, dürfte die politische Debatte der kommenden Monate wesentlich bestimmen.

Fazit: Die Union steht vor einer Richtungsfrage

Die jüngsten Wahlergebnisse haben den politischen Druck auf die Union und auf Bundeskanzler Friedrich Merz deutlich erhöht. Ralf Schuler sieht vor allem zwei Probleme: fehlende politische Klarheit und aus seiner Sicht zu langsam vorankommende Reformen. Gleichzeitig verschärfen neue politische Kräfte und veränderte Mediengewohnheiten den Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Vertrauen.

Für die CDU stellt sich deshalb nicht nur die Frage, wie sie auf AfD, SPD, Linke oder Grüne reagiert. Entscheidend wird vielmehr sein, ob sie ein eigenes politisches Profil entwickelt, Reformen verständlich erklärt und Wählern eine erkennbare Perspektive vermittelt. Genau darin sieht Schuler die zentrale Herausforderung der kommenden Monate.

Über Ralf Schuler

Journalist und Politikchef, Ralf Schuler

Ralf Schuler ist Journalist und Politikchef bei NIUS. Zuvor arbeitete er unter anderem für „Die Welt“, die „Märkische Allgemeine“ und über viele Jahre für „Bild“, wo er die Parlamentsredaktion leitete. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf Bundespolitik, Parteien, Wahlkämpfen und gesellschaftlichen Debatten.

Bei NIUS veröffentlicht Schuler politische Analysen, Kommentare und Interviews. Zudem moderiert er das Format „Schuler! Fragen, was ist“, in dem er mit Politikern und anderen öffentlichen Persönlichkeiten ausführliche Gespräche führt. Seine langjährige Erfahrung in der Hauptstadtberichterstattung prägt auch seine Einordnung der aktuellen Lage von CDU und Friedrich Merz.