Erinnerungskultur und demokratische Geschichtspolitik stehen in Deutschland zunehmend unter öffentlichem Druck. Immer wieder sorgen geschichtsrevisionistische Thesen, Forderungen nach einem vermeintlichen „Schlussstrich“ oder kontroverse Äußerungen zum Umgang mit der deutschen Vergangenheit für politische und gesellschaftliche Debatten. Dabei geht es längst nicht allein um historische Deutungen, sondern ebenso um die Frage, welche Verantwortung aus der Geschichte für die politische Kultur der Gegenwart erwächst.
Der Vortrag „Erinnerungskultur unter Druck – von Walser bis zur Berlinale“ nimmt aktuelle erinnerungspolitische Auseinandersetzungen zum Ausgangspunkt und ordnet sie in eine längere Entwicklung ein. Denn problematische Narrative finden sich nicht ausschließlich am äußersten rechten Rand des politischen Spektrums. Auch in vermeintlich progressiven Milieus werden Positionen vertreten, die den erinnerungspolitischen Grundkonsens infrage stellen oder daraus abgeleitete Grundsätze relativieren. Der Vortrag untersucht deshalb, wie sich diese Debatten verändert haben und weshalb die deutsche Erinnerungskultur weiterhin Gegenstand grundlegender politischer Konflikte ist.
Prof. Dr. Markus Linden über Erinnerungspolitik und öffentliche Debatten
Prof. Dr. Markus Linden beschäftigt sich wissenschaftlich mit politischer Kommunikation, Demokratietheorie und gesellschaftlichen Kontroversen. Er ist außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Trier und setzt sich in Forschung und Publizistik unter anderem mit Fragen demokratischer Öffentlichkeit, politischer Repräsentation und gesellschaftlicher Polarisierung auseinander.
Organisatorisches
- Thema: Erinnerungskultur unter Druck – von Walser bis zur Berlinale
- Referent: Prof. Dr. Markus Linden, Universität Trier
- Datum: Dienstag, 10. November 2026
- Uhrzeit: 18:30 Uhr
- Ort: Haus der Union Stiftung, Saarbrücken
- Teilnahme: kostenlos
Um vorherige Anmeldung wird gebeten.
Erinnerungskultur diskutieren: Teilen Sie die Veranstaltung auf WhatsApp
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Politik auf den Punkt gebracht: Politische Debatten weiterdenken
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