Die Ausstellung „Jüdische Portraits“ eröffnet einen eindrucksvollen Zugang zur deutsch-jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen 26 großformatige Fotografien der renommierten Fotografin Herlinde Koelbl, die zwischen 1986 und 1989 bedeutende deutsch-jüdische Persönlichkeiten porträtierte, welche die Shoa überlebt hatten. Mit der Ausstellung „Jüdische Portraits“ wird nicht nur an individuelle Lebenswege erinnert, sondern auch die Frage nach Identität, Heimat und Erinnerungskultur in den Mittelpunkt gerückt.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist das berühmte Zitat des Soziologen Norbert Elias: „Ich bin, was ich bin. Ein deutscher Jude.“ Mit diesen Worten beantwortete er Herlinde Koelbls Frage nach seiner Heimat und brachte damit die komplexe Beziehung vieler Überlebender zu Deutschland auf den Punkt. Ergänzt werden die eindrucksvollen Fotografien durch Auszüge aus persönlichen Interviews mit den Porträtierten. So entstehen bewegende Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Grete Weil, Marcel Reich-Ranicki oder Simon Wiesenthal. Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus, Erinnerungskultur und die Verantwortung demokratischer Gesellschaften erneut intensiv diskutiert werden, besitzt diese Ausstellung eine besondere gesellschaftliche und politische Aktualität.
Über Herlinde Koelbl – eine der bedeutendsten deutschen Fotografinnen
Herlinde Koelbl zählt zu den renommiertesten Fotografinnen Deutschlands und ist international für ihre langfristig angelegten dokumentarischen Arbeiten bekannt. Mit ihren Projekten widmet sie sich den Themen Macht, Identität, Gesellschaft und Erinnerung. Für die Serie „Jüdische Portraits“ suchte sie zwischen 1986 und 1989 deutsch-jüdische Persönlichkeiten auf, die die Shoa überlebt hatten. Ihr Anliegen war es, nach eigener Aussage „zu zeigen, wen die Deutschen eigentlich vertrieben haben“.
Die Verbindung aus ausdrucksstarken Fotografien und persönlichen Interviewauszügen macht die Ausstellung zu einem außergewöhnlichen Dokument deutscher Zeitgeschichte. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und wurde erstmals von Juli 2012 bis Januar 2013 im Haus der Geschichte in Bonn präsentiert. Bis heute wird sie bundesweit von Museen und kulturellen Einrichtungen gezeigt und regt Besucherinnen und Besucher dazu an, sich mit Fragen von Erinnerung, Versöhnung und gesellschaftlicher Verantwortung auseinanderzusetzen.
Organisatorische Details zur Vernissage
- Veranstaltung: Vernissage zur Ausstellung „Jüdische Portraits“
- Datum: Mittwoch, 30. September 2026
- Uhrzeit: 18:30 Uhr
- Ort: Haus der Union Stiftung
- Preis: Die Teilnahme ist kostenlos.
Um vorherige Anmeldung wird gebeten.
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Diese Ausstellung „Jüdische Portraits“ lädt dazu ein, sich mit einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen und die Lebensgeschichten außergewöhnlicher Persönlichkeiten kennenzulernen. Wenn Sie Menschen in Ihrem Freundes-, Familien- oder Kollegenkreis kennen, die sich für Zeitgeschichte, Erinnerungskultur, Fotografie oder gesellschaftspolitische Themen interessieren, freuen wir uns, wenn Sie die Veranstaltung direkt über WhatsApp weiterempfehlen. So tragen Sie dazu bei, dass möglichst viele Interessierte die Gelegenheit erhalten, diese eindrucksvolle Ausstellung zu besuchen und gemeinsam über Geschichte, Verantwortung und demokratische Werte ins Gespräch zu kommen.
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