Spitzenkandidaten zur Landtagswahl im Saarland 2027
Für die Landtagswahl im Saarland am 18. April 2027 haben die meisten größeren Parteien ihre Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten bereits bestimmt. CDU, AfD, Grüne, Linke und FDP haben ihre Landeslisten aufgestellt. Bei der SPD steht die Listenaufstellung dagegen noch aus.
SPD: Anke Rehlinger
Bei der SPD-Saar ist die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2027 bislang noch nicht formell beschlossen. Die Partei will ihre Landesliste nach derzeitiger Planung erst im Januar 2027 aufstellen. Es gilt jedoch als sehr wahrscheinlich, dass Anke Rehlinger erneut als Spitzenkandidatin antreten wird.
Rehlinger ist seit 2022 Ministerpräsidentin des Saarlandes und Vorsitzende der Saar-SPD. Bei der Landtagswahl 2022 führte sie ihre Partei mit 43,5 Prozent der Stimmen zur absoluten Mehrheit. Seitdem regiert die SPD im Saarland allein.
CDU: Stephan Toscani
Die CDU-Saar geht mit ihrem Landesvorsitzenden Stephan Toscani als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2027. Bereits im März 2026 hatte der Landesausschuss Toscani für die Spitzenkandidatur nominiert. Am 4. September 2026 wurde der 59-Jährige bei der Landesvertreterversammlung in Eppelborn mit 91,3 Prozent auf Platz eins der Landesliste gewählt.
Auf Platz zwei der CDU-Landesliste folgt Generalsekretär Frank Wagner. Platz drei belegt Melanie Franke, Vizepräsidentin der Handwerkskammer des Saarlandes. Auf Platz vier setzte sich Björn Leidinger in einer Kampfabstimmung gegen Charlotte Warken-Luxenburger durch, die anschließend auf Listenplatz fünf gewählt wurde. Insgesamt umfasst die Landesliste der CDU 24 Kandidatinnen und Kandidaten.
Toscani ist seit Mai 2022 Landesvorsitzender der CDU-Saar. Die Partei war nach der Landtagswahl 2022 nach mehr als zwei Jahrzehnten Regierungsbeteiligung in die Opposition gewechselt.
AfD: Carsten Becker
Die AfD Saar tritt mit ihrem Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Carsten Becker als Spitzenkandidat an. Bei der Listenaufstellung am 28. Juni 2026 in der Kulturhalle Wehrden erhielt Becker 94,5 Prozent der Stimmen und wurde auf Platz eins der Landesliste gewählt.
Becker kündigte an, sein Bundestagsmandat im Januar 2027 niederzulegen und sich anschließend auf die Landespolitik zu konzentrieren. Als politische Schwerpunkte nannte er unter anderem Energie- und Wirtschaftspolitik, Bürokratieabbau sowie Veränderungen in der Bildungs- und Migrationspolitik.
Auf Platz zwei der AfD-Landesliste steht Magdalena Schaufert, gefolgt von Jörg Zengerli auf Platz drei und Johann Meisberger auf Platz vier.
Die Linke: Florian Spaniol
Die Linke im Saarland geht mit ihrem Landesvorsitzenden Florian Spaniol als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2027. Der 25-Jährige wurde am 28. Juni 2026 bei der Listenaufstellung in St. Ingbert mit knapp 93 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt.
Spaniol ist Student, stammt aus Homburg und gehört seit 2026 auch dem Bundesvorstand der Linken an. In seiner Bewerbungsrede stellte er unter anderem sozialpolitische Themen und Bildung in den Mittelpunkt. Er fordert beispielsweise eine kostenlose Medienausleihe an Schulen und eine flächendeckende Schulsozialarbeit.
Auf Platz zwei der Landesliste wählte die Partei Kornelia Kreuter aus Spiesen-Elversberg. Farida Boukari aus Saarbrücken folgt auf Platz drei.
Bündnis 90/Die Grünen: Anne Lahoda und Volker Morbe
Die Grünen Saar ziehen mit Anne Lahoda und Volker Morbe als Spitzenduo in den Landtagswahlkampf. Spitzenkandidatin ist die Saarbrückerin Anne Lahoda. Sie wurde am 22. März 2026 bei der Landeswahlversammlung mit 96,6 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt.
Lahoda ist Wirtschaftsprüferin und Kreisvorsitzende der Grünen im Regionalverband Saarbrücken. Zu ihren politischen Schwerpunkten zählt sie unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien, die wirtschaftliche Transformation des Saarlandes und die Sanierung von Gebäuden.
Auf Platz zwei der Landesliste wurde der Co-Landesvorsitzende Volker Morbe gewählt. Er erhielt 85,5 Prozent der Stimmen und bildet gemeinsam mit Lahoda das Spitzenduo der Saar-Grünen. Die weiteren vorderen Listenplätze belegen Lisa Becker, Gerald Purucker und Lara Bütermann.
FDP: Jorgo Chatzimarkakis und Angelika Hießerich-Peter
Die FDP-Saar setzt bei der Landtagswahl 2027 auf ein Spitzenduo aus Jorgo Chatzimarkakis und der Landesvorsitzenden Angelika Hießerich-Peter. Chatzimarkakis wurde am 27. Juni 2026 auf Platz eins der Landesliste gewählt. In einer Kampfabstimmung setzte er sich im zweiten Wahlgang mit 45 von 83 abgegebenen Stimmen beziehungsweise 54,2 Prozent durch.
Der frühere Europaabgeordnete war bereits von 2002 bis 2010 Generalsekretär der FDP Saar und kehrte Anfang 2026 in die Partei zurück. Gemeinsam mit Hießerich-Peter, die auf Platz zwei der Landesliste gewählt wurde, bildet er das Spitzenteam der Liberalen.
Auf Platz drei der Landesliste folgt Ralf Armbrüster, der bei der Wahl um Listenplatz eins zunächst gegen Chatzimarkakis angetreten war. Platz vier belegt der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Julian Brenner, Platz fünf Patrick Leo.
Landtagswahl 2027: diese Themen entscheiden über die Zukunft des Bundeslandes
Am 18. April 2027 wählen die Bürger im Saarland einen neuen Landtag. Mit der Festlegung des Wahltermins beginnt für Parteien, Verbände und politische Beobachter die Phase der strategischen Vorbereitung auf eine der wichtigsten politischen Entscheidungen im Bundesland.
Die Landtagswahl wird darüber entscheiden, welche politischen Prioritäten das Saarland in den kommenden fünf Jahren setzt. Themen wie wirtschaftliche Stärke, sichere Arbeitsplätze, solide Finanzen und eine funktionierende Infrastruktur dürften im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen.
Politische Ausgangslage im Saarland
Seit der Landtagswahl 2022 wird das Saarland von einer SPD-Alleinregierung unter Ministerpräsidentin Anke Rehlinger geführt. Die Sozialdemokraten konnten damals eine absolute Mehrheit der Mandate gewinnen. Für die Opposition – vor allem CDU, AfD, Grüne, FDP und Linke – bedeutet die Wahl 2027 eine neue Chance, das Kräfteverhältnis im Landtag zu verändern.
Ergebnis der Landtagswahl 2022 (Zweitstimmen): SPD 43,5 %, CDU 28,5 %, AfD 5,7 %, Grüne 4,99 %, FDP 4,8 %, Linke 2,6 %. Aufgrund der Fünf-Prozent-Hürde zogen neben der SPD nur CDU und AfD in den Landtag ein, wodurch die SPD eine absolute Mehrheit der Sitze erreichte.
Aktuelle Umfragen zeigen ein verändertes Bild: SPD etwa 27 %, CDU liegt bei 25 %, AfD etwa 23 %, Grüne etwa 7 %, Die Linke ebenfalls bei knapp 7 % und das BSW bei 3 %. Die FDP wird mit Kleinparteien unter „Andere“ geführt und nicht mehr eigenständig ausgewiesen.
Damit könnte der nächste Landtag wieder stärker fragmentiert sein als 2022.
Der saarländische Landtag umfasst 51 Abgeordnete. Parteien müssen mindestens fünf Prozent der Stimmen erreichen, um in das Parlament einzuziehen.
Die wichtigsten Themen der Landtagswahl
Der Wahlkampf dürfte stark von konkreten Herausforderungen geprägt sein, die viele Bürger im Alltag betreffen.
Wirtschaft und Industrie
Das Saarland steht weiterhin vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Umstellung auf sogenannten grünen Stahl, die Zukunft industrieller Arbeitsplätze und die Ansiedlung neuer Unternehmen sind zentrale Fragen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Viele politische Akteure betonen, dass wirtschaftliche Stabilität und industrielle Wertschöpfung entscheidend für Wohlstand und Beschäftigung bleiben.
Arbeitsplätze und Fachkräfte
Der Fachkräftemangel ist inzwischen eines der größten Probleme vieler Unternehmen im Saarland. Politik und Wirtschaft diskutieren daher verstärkt über bessere Ausbildungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze. Für viele Wähler wird entscheidend sein, welche Konzepte Parteien für stabile Beschäftigung und wirtschaftliche Perspektiven anbieten.
Energie
Die Umsetzung der Energiewende stellt insbesondere energieintensive Industrien vor große Herausforderungen. Im Saarland betrifft dies vor allem Stahl, Automobilzulieferer und mittelständische Betriebe. Im Wahlkampf dürfte deshalb intensiv darüber diskutiert werden, wie Klimaschutz, Energiepreise und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit miteinander vereinbart werden können.
Migration, Sicherheit und Integration
Auch Fragen der Migration und Integration bleiben politisch relevant. Dabei geht es unter anderem um die Begrenzung von Zuwanderung, die Integration in den Arbeitsmarkt sowie um die Belastung von Kommunen und Behörden. Viele Wähler erwarten hier klare und pragmatische Lösungen.
Bildung und Zukunftschancen
Bildung ist eine der wichtigsten Aufgaben der Landespolitik. Lehrermangel, Unterrichtsqualität, Digitalisierung der Schulen und die berufliche Ausbildung werden daher ebenfalls wichtige Themen im Wahlkampf sein. Eine gute Bildung gilt als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Stabilität.
Finanzen und staatliche Handlungsfähigkeit
Das Saarland gehört zu den Bundesländern mit einer besonders angespannten Haushaltslage. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an staatliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Wirtschaftsförderung.
Die Parteien werden daher auch darüber diskutieren müssen, wie solide Finanzen und notwendige Investitionen miteinander vereinbart werden können.
Bedeutung der Wahl für das Saarland
Die Landtagswahl 2027 wird maßgeblich bestimmen, welchen politischen Kurs das Saarland in den kommenden Jahren einschlägt. Für die Bürger geht es dabei nicht nur um parteipolitische Mehrheiten, sondern auch um zentrale Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung, der inneren Sicherheit und der Zukunftsfähigkeit des Landes.
Mit dem feststehenden Wahltermin beginnt nun eine Phase intensiver politischer Debatten. Bis zum Wahltag im April 2027 wird sich zeigen, welche Konzepte die Wähler am meisten überzeugen.
FAQ: Häufige Fragen zur Landtagswahl Saarland 2027
Die Landtagswahl im Saarland findet am Sonntag, 18. April 2027, statt.
Der Saarländische Landtag besteht grundsätzlich aus 51 Abgeordneten. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre.
Bei der saarländischen Landtagswahl hat jeder Wähler eine Stimme. Mit dieser Stimme wird die Landes- beziehungsweise Wahlkreisliste einer Partei gewählt.
Das Saarland ist für die Landtagswahl in drei Listenwahlkreise gegliedert: Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen.
Für die Sitzverteilung im Saarländischen Landtag werden grundsätzlich Parteien berücksichtigt, die mindestens fünf Prozent der gültigen Stimmen erreichen.
Die vorherige Landtagswahl fand am 27. März 2022 statt. Die SPD erreichte 43,5 Prozent, die CDU 28,5 Prozent und die AfD 5,7 Prozent der Stimmen.
Seit der Landtagswahl 2022 regiert die SPD allein. Ministerpräsidentin des Saarlandes ist Anke Rehlinger.
