Die saarländische Kinowochenschau. Ein Medium der Regierung des Saarlandes 1949–1956
Saarbrücken – Im Rahmen eines Kooperationsprojekts der Union Stiftung mit dem Saarländischen Rundfunk hat der Historiker Dr. Oliver Siebisch die für den teilautonomen Saarstaat produzierte Kinowochenschau erstmals umfassend wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse liegen nun in dem Band „Die saarländische Kinowochenschau. Ein Medium der Regierung des Saarlandes 1949–1956“ vor.
Bevor das Fernsehen breite Wirkung entfaltete, gehörten Wochenschauen zu den wichtigsten audiovisuellen Nachrichtenmedien. Die wöchentlich wechselnden Filmberichte wurden vor dem Hauptfilm in den Lichtspielhäusern gezeigt.
Die zwischen 1949 und 1956 produzierte „Saarländische Wochenschau“ entstand in einer politisch besonders prägenden Phase der saarländischen Nachkriegsgeschichte. Sie war eng mit den Regierungen unter den Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und Hubert Ney verbunden. Als staatsnahes Medium sollte sie der Bevölkerung den Regierungskurs vermitteln und die öffentliche Meinungsbildung im Sinne der damaligen Saarpolitik beeinflussen.
Zugleich besitzt die „Saarländische Wochenschau“ einen außergewöhnlichen historischen Quellenwert. Ihre Aufnahmen bilden förmlich das Bewegtbildgedächtnis des teilautonomen Saarstaates. Sie dokumentieren Ereignisse aus Politik, Kultur, Wiederaufbau und Wirtschaft, Gesellschaft, Religion, Mode und Sport, die vielfach in keiner anderen Form filmisch überliefert sind.
Dr. Oliver Siebisch, Historiker und Referent der Union Stiftung, hat den erhaltenen Bestand ausgewertet und in die Wochenschauforschung eingebettet. Die Publikation verbindet historische Darstellung mit der Analyse von Inhalt, Funktion und politischer Ausrichtung. Zahlreiche Standbilder aus dem originalen Filmmaterial tragen zur Veranschaulichung bei.
Der Band schließt eine Lücke in der regionalen wie nationalen Mediengeschichtsschreibung und eröffnet den Blick auf ein bislang weitgehend unbekanntes Kapitel der saarländischen Nachkriegshistorie. „Wir freuen uns“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Union Stiftung, JR Hans-Georg Warken, „mit der Veröffentlichung dieses Buches einen weiteren Beitrag zur Erforschung der saarländischen Zeitgeschichten einer interessierten Leserschaft zugänglich machen zu können. Mit dem historischen Filmmaterial wird ein Thema aufgegriffen, das besonders geeignet ist, für das Saarland identitätsstiftend zu wirken.“
Das Buch erscheint in gebundener, mit einem Schutzumschlag versehener Form und ist ab sofort bei der Union Stiftung erhältlich. Die Möglichkeit, das Werk käuflich zum Preis von 14,90 Euro zu erwerben.
Die saarländische Kinowochenschau
Ein bislang wenig bekanntes Kapitel der saarländischen Nachkriegsgeschichte wird erstmals umfassend erschlossen: Die Studie zeigt die „Saarländische Wochenschau“ als politisches Medium der Regierungen Hoffmann und Ney und zugleich als einzigartiges Bewegtbildgedächtnis des Saarstaates. Zahlreiche Abbildungen machen Politik, Gesellschaft und Alltag der Jahre 1949 bis 1956 anschaulich erfahrbar.
