Zuletzt aktualisiert: 27.04.2026

Journalist analysiert in seinem neuen Buch die Entwicklung westlicher Demokratien und ihre inneren Herausforderungen

Die Union Stiftung lädt am Montag, 4. Mai, um 18.30 Uhr zu einer Buchvorstellung mit anschließender Diskussion ein. Im Mittelpunkt steht das Buch „Der gelähmte Westen – Chronik einer Selbstaufgabe“ des Journalisten und Autors Ferdinand Knauß, der sein Werk persönlich vorstellt.

Im Zentrum des Buches steht die Frage, warum westliche Demokratien zunehmend unter Druck geraten. Häufig werden dafür äußere Einflüsse wie der Aufstieg autoritärer Staaten oder populistische Bewegungen verantwortlich gemacht. Knauß setzt an einem anderen Punkt an und zeichnet die Entwicklung des Westens über mehrere Jahrzehnte nach, um die Ursachen tiefer in der eigenen Geschichte zu verorten.

Seinen Ausgangspunkt sieht er in den gesellschaftlichen Umbrüchen der späten 1960er Jahre. Der Konflikt zwischen der Kriegsgeneration und den sogenannten Achtundsechzigern habe nicht nur eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit angestoßen, sondern auch grundlegende Zweifel am westlichen Gesellschaftsmodell hervorgebracht. Zwar sei es nicht zu einem grundlegenden Systemwechsel gekommen, doch hätten zentrale Ideen dieser Bewegung langfristig an Einfluss gewonnen.

Nach der Analyse des Autors habe sich dadurch auch das Verständnis liberaler Demokratie verändert. Diese werde zunehmend nicht mehr nur als offenes Regelwerk einer pluralistischen Gesellschaft gesehen, sondern als moralisches Projekt mit universellem Anspruch. Dieser Ansatz stoße jedoch in der Praxis immer häufiger an Grenzen und trage zur aktuellen Verunsicherung bei.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Politischen Bildungsforum Saarland, der Konrad-Adenauer-Stiftung, statt. Im Anschluss an die Buchvorstellung besteht Gelegenheit zum Austausch mit dem Autor sowie zu Fragen aus dem Publikum.

Ferdinand Knauß, Jahrgang 1973, lebt in Düsseldorf. Er studierte Geschichte und Japanologie in Düsseldorf, Nantes und Tokio und arbeitete unter anderem für die Wirtschaftswoche und das Handelsblatt. Heute ist er Redakteur bei der politischen Zeitschrift Cicero und beschäftigt sich mit Fragen der politischen Kultur sowie der Entwicklung westlicher Demokratien.

Die Veranstaltung findet im Haus der Union Stiftung in der Steinstraße 10 in Saarbrücken statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Parallel wird die Veranstaltung auch online übertragen.

Anmeldung und Livestream

Anmeldungen sind möglich unter:
https://www.unionstiftung.de/veranstaltungen/buchvorstellung-der-gelaehmte-westen-chronik-einer-selbstaufgabe/

Der Livestream wird über YouTube angeboten:
https://www.youtube.com/@unionstiftung