Weltwirtschaftliche Verflechtung ist ein altes Phänomen, dessen Form und Struktur historisch starkem Wandel unterliegt. Heute lassen sich mehrere Globalisierungsschübe in der Geschichte der Menschheit voneinander unterscheiden, die jeweils ihre eigene Dynamik und ihre Grenzen kannten: Von der Pax Romana über die Pax Mongolica, die Pax Britannica hin zur Pax Americana, deren Ende sich im Moment abzuzeichnen scheint. Kriege oder Seuchen waren stets ein (destabilisierendes) Element derartiger weltwirtschaftlicher Austauschprozesse; ihre eigentliche Dynamik aber war ein Ergebnis des ökonomischen und technischen Wandels. Allein deshalb ist es wenig wahrscheinlich, dass die derzeitige Krise der Globalisierung zugleich ein Zeichen ihres Endes ist, auch wenn die unmittelbare Zukunft der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung sicher ein Mehr an Problemen aufweisen wird.

Prof. Dr. Werner Plumpe ist Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt a.M.

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